Werwolf

 

Ausgangssituation

Mein Patenkind wünschte sich zu Weihnachten ein Bild an seiner Zimmerwand. Nicht gehängt - gemalt! Und zwar ein Motiv, das etwa 2 Sekunden lang in einem Film zu sehen ist: Ein Werwolf, der den Mond anheult.
Na ja, wenn's nicht zu schwierig ist, kann ich das ja mal versuchen.
 

Meine Lösung


Da in dem Bild mehrere Farbverläufe sind, habe ich den Malkasten zu gelassen und mal wieder den alten Airbrush rausgekramt. Vorsichtshalber habe ich dann noch einen Airbrush-Workshop am Vortag belegt um wieder in Übung zu kommen. Hier zwei Ergebnisse auf A4:  

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Da ich mir das Arbeiten auf Rauhfaser anders vorstellte als auf Airbrush-Karton und ein ein Meter großes Bild ein anderes Kaliber ist als A4 habe ich mir ein paar zusätzliche Spritzpistolen ausgeliehen und auch einen mobilen Kompressor gestellt bekommen.  

  Die Motivkonturen wollte ich mittels Beamer auf Karton projizieren.  

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Allerdings zickte das Kleinweich-Betriebssystem dermaßen rum, dass des mit konstanter Bosheit den Ausgang zum Beamer abschaltete und zusätzlich die Notebooktasten zum Einschalten eines externen Monitors ignorierte. Grmpf.  

  Glücklicherweise hatte ich auch Ubuntu drauf .  

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Das lief sofort!  

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Flugs die Konturen mit dem Bleistift nachgezogen - und schon eine Stunde später war der Wolf auf Karton.  

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  Mit einem Kofferraum voll Geraffel habe ich dann das Kinderzimmer in eine Baustelle verwandelt.  

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Erst wurde die Tapete mit Tiefengrund eingesabbert, damit die Farbe nicht sofort weggesaugt wird. Das war eine schöne Sauerei, weil der Kram halt flüssig wie Wasser ist, aber überall klebrig wirkt wo er auftrifft.  

  Nach dem Trocknen habe ich dann den guten (geliehenen) iwata-Airbrush angeschlossen und wollte loslegen. Aber leider war der Schlauch am Kompressor leicht undicht. Also die Verschraubung nachgezogen. Wurde nicht besser. Dann halt ein Stück Schlauch abgeschnitten und neu verschraubt. Prima!
Nun zischte es an der Spritzpistole. Auch erneuert. Dann wieder am Kompressor. Diesmal ordentlich was abgeschnitten. Da brach der Schlauch an der Pistole einfach ab. Auch großzügig weggeschnitten und vorsichtiger verschraubt. Ich hatte grade Farbe drin, da zerbröselte der Schlauch in der Mitte. Schnell die Farbe raus und Reiniger rein. Mit Tesakrepp das Loch umwickelt und mit dem letzten Druck den Reiniger durch die Farbspritze gejagt. Dann fiel der Schlauch an anderer Stelle einfach auseinander. Ich glaub, der ist leicht übers Verfallsdatum.  

  Langes Gesicht.
Meine Pistolen habe ich mit Kupplungen für meinen stationären Kompressor versehen - die passten also nicht. Und für Ersatzteile aus meiner Werkstatt hätte ich 2h Autofahrt gebraucht.  

  Irgendwie habe ich es durch zusammenstückeln von 3 Schläuchen geschafft eine einzige Pistole mit exotischem Schlauchanschluss an den kleinen Kompressor zu bekommen. Aufgrund ihrer Becheranordung war die leider für Wände sprühen ungünstig, da sie ständig schräg nach unten gehalten werden musste. Aber immerhin konnte ich weiterarbeiten und hatte auch kurz darauf den Mond an der Wand:  

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Dann die Farbverläufe im Sternenhimmel und schließlich das Vieh:  

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Der Tiefengrund war wohl sehr unterschiedlich eingedrungen und hat mir ein paar unschöne senkrechte Kanten ins Bild gezaubert. Da hatte ich echt Mühe, die wenigstens halbwegs zu kaschieren.  

  Ich sollte vielleicht erwähnen, dass bei mir Rauhfaser zukünftig nur in absoluten Ausnahmefällen als Airbrush-Untergrund in Frage kommt. Oh, wie wünschte ich mir den Karton aus dem Airbrush-Workshop zurück! Man musste echt suchen, wo man einen nicht-pickeligen Stern unterkriegen kann:  

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Als dann die Masken vom Wolf entfernt wurden, war die Begeisterung schon groß:  

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Dann noch eben eine kleine Bergkette gezaubert, die durch die Rauhfaser fast automatisch Struktur bekam:  

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Nach 5 Stunden sah das dann so aus:  

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Grmpf - das Seidenpapier als Abdeckung am Rand war Mist. Da ist Farbe durchgegangen! Radieren und mit Skalpell kratzen brachte nix.
Also mit der original Wandfarbe abgetupft und schon ziert das Zimmer das absolute Wunschbild - und es hängt immer grade!  

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Die Freude auf der Kinderseite war jedenfalls riesig - und meine Frau freute sich wahrscheinlich, dass wir drei Mädchen haben.  

  Ach ja - auf der Rückfahrt hatten wir Vollmond - den sah ich nun mit völlig anderen Augen  

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Aber der Seitenquelltext sieht auch interessant aus, zumindest wenn man ihn mit einem Monospace Font in sehr kleiner Schriftgröße betrachtet.

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