Schaukel

 

Ausgangssituation

Meine jüngste Tochter wünschte sich zum 9. Geburtstag unter anderem "etwas großes".  

  Interessanter Wunsch - das wird dann auf jeden Fall eine Überraschung. Ist's eine große Torte, ein großer Plüschteddy oder vielleicht gar ein Pferd? Äh - letzteres mit Sicherheit nicht. Unsere Katze ist Haustier genug.  

  Ich habe mich für eine große Schaukel entschieden - da hat dann auch die ganze Familie was von. Der nahe gelegene schaukelverkaufende Holzladen hatte grade so ein Gestell inklusive Seilen und Schaukelbrett für nur 50 Teuros im Angebot. SUPER!
Als ich hinkam, war's natürlich ausverkauft, kommt aber auch nicht wieder rein. Nächstes Jahr vielleicht.  

   

Meine Lösung


Also selber machen. Dann kann ich auch die Größe selbst bestimmen: richtig groß!  

  Auf dem Geschenketisch lag daher ein imprägnierter 4m Baumstamm:  

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Sie hat ziemlich schnell raus gehabt, wozu der Balken gut ist und ich habe dann auch verraten, warum ich einen Anhänger vor der Tür stehen habe.  

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In den Kofferraum gingen die Balken einfach nicht rein - und für's Dach waren sie zu schwer.  

  Das Holz wurde zugesägt  

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und verschraubt  

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Eine Auflagefläche macht sich die Unterlegscheibe dabei selber  

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Statt Schrauben habe ich Gewindestangen benutzt, die auf Maß zugesägt wurden. Die Werkbank war etwas niedrig - aber da kann wenigstens nix runterfallen  

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Diagonalstreben geben den nötigen Halt:  

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Für die Montage der 2. Seite brauchte ich eine präzise Halterung. Dazu wurde ein dünner Balken benutzt.  

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Das Ende ist mit einer in den Boden gedrückten Gewindestange und einer Schraubzwinge gesichert.  

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Die Gewindestange konnte ich hinterher säubern und wieder verwenden!  

  Aufgerichtet sah das Gestell so aus:  

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Erste Tests

 

  Ist es etwas großes?  

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Jau!  

  Damit man schon mal Schaukeln kann, kam ein Seil provisorisch dran.  

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Ein Probeschaukeln ergab: riesig!  

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Meiner Frau war das Ding viel zu groß: "Das sägst Du aber unten noch ab, oder?" Nee - das muss so! Soll doch was großes sein. "Das ist doch viel zu hoch". Quatsch, der Spaß steigt mit der Höhe. Und für den Spaß soll es doch sein!  

   

   

Höhenverstellung

Die Schaukel muß in der Höhe irgendwie verstellbar sein. Das geht prinzipiell mit diesen Ösen, ist aber total fummelig.  

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  Das Holz war um ein vielfaches teurer als die fertige Schaukel. Hinzu kamen die Kosten für die Gewindestangen, Muttern und Seile. Da ich beim zurückbringen des Anhängers bei den letzten 10m nicht aufgepasst habe, wurde es richtig teuer, da ich mit dem Radkasten des Anhängers ein Auto gerammt habe. Jetzt kommt's auf ein paar Euros auch nicht mehr an.  

  Also kommt da eine leichtgängige Höhenverstellung dran. Und die Schaukelaufhängung sollte kugelgelagert sein, damit es beim Schaukeln nicht knarzt und quietscht.
Mein Chef meinte, dass eine Schaukel die nicht quietscht gar keine richtige Schaukel ist. Aber wie er mich kennt, würde ich das wahrscheinlich mit einem elektronischen Soundmodul notfalls nachrüsten.  

  Um es mit den Kosten nicht zu übertreiben habe ich erstmal recherchiert, wo man denn ein paar Lagerblöcke ausschlachten kann - neu wäre mir das doch zu teuer und für die paar Schaukelbewegungen reicht ein altes Lager allemal. Ich weiß, dass die in alten Förderbändern verbaut sind. Aber da war nicht dran zu kommen.
Auch in alten Tischkreissägen sollte so was zu finden sein. Aber auch die gab's natürlich nicht gleich um die Ecke.  

  Irgendwann bin ich dann drauf gestoßen, dass das von mir gesuchte Stehlager heißt. Und im Internet gab's einen Anbieter , der die Teile lackiert und mit Schmiernippel neu für 3,30€ verkauft - unglaublich!  

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  Als Achse dient ein Stück von einem alten Erdnagel  

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Passt noch nicht - zu dick. und das ist auch gut so.  

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Auf der Drehbank wurde aus dem rostigen Nagel eine schöne 17mm Welle (2. Foto mit Blitz):  

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Halb fertig:  

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Zum Sägen hatte ich keine Lust:  

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Auf Funkenfeuer schon:  

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Nochmal auf die Drehbank und die Welle ist fertig:  

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Und passt:  

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  Das Gegenstück habe ich aus Flacheisen und Winkeleisen geschweißt  

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Ein Probezusammenbau zeigt, wie das mal werden soll:  

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  Dazu kommt eine Rollenhalterung - wieder aus verbogenem Flachmaterial:  

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  Als Rostschutz hatte ich einen Rest POR15 in einer alten Spiritusflasche bekommen. Das Zeug ist absolut Spitze gegen Rost, geht aber aus nix wieder raus. Handschuhe und Klamotten die eigentlich in die Altkleidersammlung gehören sind Pflicht. Ich hatte am Wochenende alles vorbereitet und die Latexhandschuhe schon an:  

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Das Zeugs hält auf Eisen zwar ewig, hat aber die dumme Eigenschaft bei Luftkontakt auszuhärten. Das hatte es leider schon in der Flasche. Das Geräusch beim Schütteln war keine Flüssigkeit, sondern ein Klumpen POR15 schabte an der Flaschenwand.  

  Grmmmpf - Also habe ich alles wieder reingeräumt und ein paar Tage später das Eisen mit grünem Hammerschlag Lack angepinselt. Das hält auch 'ne Weile.  

   

An der Schaukel

 

  Die Lager werden von Lochblechstreifen am Querbalken festgehalten.  

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Von dort laufen die Seile zu den seitlichen Umlenkrollen  

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Am Ende der Seile ist eine Kette befestigt, die sich in eine Halterung einhängen läßt:  

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Da die Kette recht schwer ist, habe ich eine zusätzliche Rolle spendiert, welche mit einem Gewicht die Kette nach oben zieht.  

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Wie man sieht, ist die Rolle einfach provisorisch angebunden - das wird also wohl ewig so bleiben. Als Gewicht dient ein Stück Edelstahl-Rundmaterial.  

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Um die Seile mit der Schaukel zu verbinden dienen diese Teile:  

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Die Schaukelmechanik nochmal von der Seite:  

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Mehr als Schaukeln

 

  Die Höhenverstellung läd dazu ein, Blödsinn zu machen.  

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Durch Investition in 2 Karabinerhaken und einer Hängematte konnte ich den Wohlfühlfaktor soweit steigern, dass die Höhe des Gestells inzwischen akzeptiert wird.  

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[Bild WAF-Gelb]

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Aber der Seitenquelltext sieht auch interessant aus, zumindest wenn man ihn mit einem Monospace Font in sehr kleiner Schriftgröße betrachtet.

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