Ich kratz' nicht mehr!


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Ausgangssituation

Es hat gefroren. Klar, ist ja auch Winter. Leider kondensiert dabei Feuchtigkeit aus der Luft auf den Scheiben meines Autos und macht sie undurchsichtig.  

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  Kein Problem. Ich könnte das Auto ja in die Garage fahren.  

  Doch ein Problem. Dazu muss die Garage soweit aufgeräumt werden, bis ein Auto rein passt. Aber wohin mit dem Krempel? Kinderfahrräder, Bollerwagen, Rasenmäher, Schubkarre, Roller, Skateboard, Dachgepäckträger, Schlitten und natürlich jede Menge Bretter und Balken, Eimer und Maurerkübel verhindern das Garagenauto...  

  Meine Garage hat ein Giebeldach. Deshalb hab ich aus ein paar Balken eine Unterkonstruktion für eine Zwischenetage zusammengezimmert. Darauf ein paar Schaltafeln, Gerüstbretter und Spanplatten - was halt so rum lag - mit Spax-Schrauben und Nägeln befestigt und eine Leiter drangestellt. Außerdem wurden die Sommerreifen an der Wand befestigt.  

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  Auf diesen "Dachboden" kam der ganze unnütze Krempel. Aber was soll ich sagen? Ein Jahr drauf, war die Garage wieder voll. Es sammelt sich halt hier und da so einiges an, das man unmöglich wegschmeißen kann. Also hab ich alles mögliche unter die Decke gehängt.  

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Oh bitte helft mir! Ich habe eine 1a Seifenkiste abzugeben. Macht euren Kindern doch mal eine Freude...  

  Zusätzlich hilft nun eine elektrische Seilwinde, auch schwere Sachen nach oben zu bringen.  

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  Wie fast zu erwarten war, hielt die Aktion auch nur ein Jahr. Da jetzt auch noch ein Moped Platz beansprucht, wird es langsam eng.  

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Wo soll hier bitte das Auto hin?  

  Also muss eine Alternative zum dauernden Garage aufräumen gefunden werden.  

  Entweder ich räum mal wieder auf und schmeiße irgendwas weg - oder das Auto bleibt doch draußen. Da fällt die Wahl nicht schwer und die Antwort ist ja klar.
Aber da das Auto draußen bleibt, muss ich im Winter vor Benutzung die Eisschicht entfernen.
Doch ich hasse kratzen! Echt! Und wenn ich 500m gefahren bin, ist die Scheibe durch die Feuchtigkeit im Atem von innen zugefroren - saugefährlich jetzt weiterzufahren, bis irgendwann die Heizung die Scheibe auftaut. Das macht doch alles keinen Sinn...  

  Eine Standheizung wäre da echt super. Aber die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Für die paar Mal im Jahr geb' ich doch keine vierstellige Summe aus.  

Meine Lösung

Im Baumarkt gab es irgendwann Heizlüfter für 'nen Zehner. Der muss noch irgendwo rumliegen. Da mein Auto vor der Garage steht, brauch ich doch bloß ein Netzkabel rauszuwerfen und schon rauschen 2KW Heizleistung durch den Innenraum.  

  Irgendwie muss ich den Heizlüfter aber so anbringen, dass der Luftstrom in Richtung Frontscheibe geht. Mit etwas Restholz aus dem Keller und zwei Gewindestangen entstand minutenschnell eine prima Standheizung.  

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Der Heizlüfter ist auf die Platte geschraubt (einfach M6 ins Plastik geschnitten), welche von den Gewindestangen gehalten wird.  

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Unten enden die Stangen in einem Querbalken, an den ein Brett genagelt ist.  

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  Das Gebilde kommt auf den Beifahrersitz  

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wobei das Brett zwischen Sitz und Lehne geschoben wird.  

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Damit steht der Lüfter bombenfest - und kann mit dem Gurt einfach angeschnallt werden (damit ihm bloß nichts passiert, dem guten Stück).  

  Das Kabel wird einfach auf Höhe der Fensterunterkante durch die Tür geführt.  

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  Vor dem Frühstück eingeschaltet sieht die Sache nach 20min schon viel besser aus. Hier die Vorher-Nachher Bilder:  

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Das Thermometer zeigt jetzt angenehme 22°, alle Scheiben sind frei und frieren auch so schnell nicht wieder ein. Jedenfalls ist der Motor warm, bevor es in der Karre wieder knacke kalt wird.  

  Trotz der zugegebenermaßen nachlässigen Oberflächengestaltung der Standheizung, ist sie ein beliebter Beifahrer bei meinen Frauen!
[Bild WAF-Gruen]

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