Automatisches Werkstattlicht

 

Ausgangssituation.

Mit beiden Händen voll Kremel bin ich unterwegs in meine Bastelhöhle. Die Tür kriege ich problemlos mit dem Elbogen auf. Aber beim Lichtschalter wird's oft problematisch. Das muss doch nicht sein!  

  Außerdem: Die ganzen Leuchtstofflampen einzuschalten (5 Röhren), nur um mal eben einen Schraubendreher zu holen oder zurückzubringen, halte ich für übertrieben. Da kriege ich glatt einen Optimierungsanfall.  

  Also habe ich überlegt, eine 25W Birne an einen Bewegungsmelder zu klemmen, damit ich nicht im Dunkeln in der Werkstatt herumtapsen muss. Bevor ich das montiert habe, habe ich vorsichtshalber die Ruhestromaufnahme des (uralten) Bewegungsmelders gemessen und unglaubliche 3,8Watt Wirkleistung(!) ermittelt.  

Meine Lösung

Der Bewegungsmelder wurde gar nicht erst montiert, da der fast 10€ Strom im Jahr kostet ohne dass auch nur einmal das Licht gebrannt hat.
Statt dessen habe ich zwei 1W Leds auf ein Aluprofil geklebt  

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und mit einem Vorwiderstand provisorisch mit Tesakrepp an die Decke gestrapst.  

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Der Widerstand ist lose in den Hohlstecker eines Eco-Steckernetzteil gesteckt, eine Meßstrippe verbindet den Minuspol.  

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Zum ein/Ausschalten dient ein Schnurschalter mit gelber Meßstrippe als Zugseil-Verlängerung.  

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Dieses Provisorium hat so gut funktioniert, dass es da heute noch hängt. Es wurde von mir oft Freitags eingeschaltet und Sonntag Abend wieder aus.
Das 2W Licht reicht locker um das Nötigste zu finden.  

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Meine zweite Lösung

Das im Keller entweder dauernd Licht brennt oder ich doch wieder den Lichtschalter oder die Zugschnur finden musste wurmte mich doch irgendwie. Außerdem war gar kein Prozessor in der Schaltung verbastelt.
Wurmte mich auch.  

  An die Werkstattür einen Microschalter zu klemmen, der über ein Monoflop das Licht beim Öffnen der Tür für 10 Minuten einschaltet, ist viel zu pragmatisch. Außerdem steht die Tür schon mal verkeilt offen und ich würde wieder ins Dunkle tappen.
Statt über Lichtschranke, Kontaktmatte oder Radarsensor nachzudenken habe ich nun endlich meinen Erschütterungssensor sinnvoll einsetzen können.  

  Der Sensor wurde unter der ersten Kellertreppenstufe montiert. Die Auswertung übernimmt natürlich ein Prozessor. Die Empfindlichkeit habe ich so eingestellt, das ich auf der Treppe einmal fest auftreten muss, um im Keller für 8 Minuten das Licht einzuschalten.  

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Der Sensor ist eine leitende (versilberte) Kugel, die auf zwei harten Drähten liegt.  

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Über einen 100K Widerstand lasse ich einen Hauch von Strom durch die Drähte fließen und messe mit dem Prozessor die Spannungsänderungen über dem Sensor.
Trampelt nun jemand auf die Treppenstufe, hüpft die Kugel auf den Drähten rum und unterbricht damit den Stromfluss. Am Prozessor kommen damit viele kleine Spannungspulse an. Sind die Pulse dem Prozessor stark genug, schaltet er über einen Transistor das Licht für 8 Minuten an.  

  Das Loch durch welches das Kabel durch die Wand geht wurde übrigends mit Zahnpaste verschlossen.  

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Zahnpasta läßt sich viel einfacher als Gips verarbeiten, wird auch ordentlich hart und kann notfalls mit nassem Lappen auch nach dem antrocknen in Form gebracht werden.  

  Das Prozessorboard ist wartungsfreundlich an die Holzwand gespaxt.  

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Hier der Schaltplan dazu:  

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Die beiden Dioden vor dem Spannungsregler dienen nur dazu, die etwas zu hohe Leerlaufspannung meines Netzteils um 1,4V zu reduzieren. Die beiden anderen Dioden schützen den Prozessor vor Überspannung.  

  Nachdem ich gelesen habe, dass Sekundenkleberausdünstungen angeblich den LEDs schaden (werden trübe), habe ich eine zweite Lampe gebaut. Dabei wird die LED von einem angeschraubten Flachprofil gegen das U-Profil gedrückt. Ein Tröpchen Wärmeleitpaste dazwischen sorgt für eine kühle LED.  

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Statt Vorwiderstand kommt eine ordentliche getaktete Stromquelle auf Basis des niedlichen TS19377 ICs zum Einsatz. Der Chip und die paar zugehörigen Bauteile sind im U-Profil untergebracht und mit Heisskleber fixiert. Der Schaltplan entspricht dem Schaltungsvorschlag im Datenblatt (Plan im Download-Archiv enthalten).  

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Die Lampe hängt natürlich genauso an der Decke - Mit Kabelbinder an irgendeinem Rohr befestigt.  

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Wenn ich nun in den Keller gehe und auf der ersten Stufe fest auftrete, ist das Licht schon an. Gehe ich vorsichtig, bleibt es aus.  

Download


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Software und Schaltpläne (0,1MB): 145orientierungslicht.zip
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  Zur Info:
Wer sich das rumgefrickel mit dem TS19377 sparen will, kann inzwischen recht preiswert LED-Konstantstromquellen für unterschiedliche Stromstärken als kleine Platinchen aus der Bucht fischen. Hier z.B. ein 300mA Treiber für rund 5€ (Stand 01/2015):  

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Zum Vergleich: Der Winzling ist etwa so groß wie das Loch im Schieber einer 3,5" Diskette  

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